Mbkaya Deep Value Portfolio – Jahresrückblick 2016


Zwischen den Jahren hatte ich wieder etwas Zeit, um mich mit meinem Blog zu beschäftigen und einen kurzen Jahresrückblick für das Mbkaya Deep Value Portfolio vorzubereiten.

Das Jahr 2016 wird vermutlich vielen nicht in bester Erinnerung bleiben. Terrorangst, Flüchtlingsströme, Aufschwung des politischen Populismus sowie der gesellschaftlichen Polarisierung – alles „trend topics“, die ein fragiles Weltbild suggerieren und viele Anleger zu Skepsis verleiten resp. dazu bewegen könnten, Ihre langfristigen Investments in Frage zu stellen.

Das Mbkaya Deep Value Portfolio war jedoch im gesamten Börsenjahr stets mit einer rekordverdächtigen Aktienquote zwischen 80% und 100% unterwegs. Die Wertentwicklung für das Jahr 2016 liegt bei +6,1%. Damit konnte das Rekordergebnis vom Vorjahr (+25%) nicht erreicht werden, alles in allem bin ich jedoch mit der Entwicklung des Portfolios mehr als zufrieden. Seit Auflage (knapp 4 Jahre) kommt das Portfolio auf einen kumulierten Ertrag von 49,8%.

Nachfolgend werde ich die drei Top-Positionen des Portfolios einzeln kommentieren und ein weiteres Unternehmen erwähnen, an dem ich mich unmittelbar nach dem Jahreswechsel beteiligt und ebenfalls in mein Musterportfolio aufgenommen habe:

Alphabet C (aktuell mit 17,5% gewichtet): In weniger als 20 Jahren hat sich Google von einer einfachen Suchmaschine zu einem Konglomerat aus unterschiedlichsten Dienstleistungen entwickelt, die Privatpersonen sowie Unternehmen in jeglicher Hinsicht Steigerung der Effektivität und Effizienz anbietet.

Ich traue Alphabet, der neuen Holdinggesellschaft mit zahlreichen interessanten Plattformen wie Google (Suchmaschine), Youtube (Videoplattform), Android (Betriebssystem), Chrome (Browser) & Co., auch für die Zukunft hohe Wachstumsraten zu, und sehe noch großes Potenzial im Bereich der personalisierten Werbung sowie Corporate Lösungen (GSuite). Ich bin glücklich mit der Wertentwicklung, die ich bisher mit den Alphabet Aktien erzielt habe, und werde diese Position auf absehbare Zeit nicht reduzieren.

Comdirect Bank AG (aktuell mit 12,9% gewichtet): Meine ersten Eindrücke über die Comdirect Aktie hatte ich bereits mit dieser 4M-Analyse veröffentlicht. Die Ertragslage der Comdirect fällt und steht (wie bei vielen schlank aufgestellten Banken auch der Fall ist) mit zwei Einnahmequellen: Provisionserträge und Zinserträge.

Auf der Provisionsseite sehe ich im neuen Jahr gute Chancen, denn a) das Börsenumfeld wirkt positiv auf die AuM aus, während die Fixkosten konstant bleiben und b) die klassischen Filialbanken haben zum Jahreswechsel neue Kontoführungsmodelle vorgestellt und diese zum 31.12.2016 erstmalig abgerechnet. Dies allein sollte bei Direktbanken für den nächsten Schub im Privatkundenbereich sorgen.

Auf der anderen Seite ist und bleibt das Zinsumfeld, damit auch das Einlagengeschäft äußerst herausfordernd. Es kommt an dieser Stelle auch ein wenig auf das Geschick der Direktbanken an, ihre Kunden zum Wechsel von Termingeldern (Einlagengeschäft) zu Anlageinstrumenten (Depotgeschäft) zu bewegen.

Frosta AG (aktuell mit 12,7% gewichtet): Frosta AG ist seit Dezember 2012 ein fester Bestandteil meines Anlageuniversums. Auch im neuen Jahr werde ich meinem Investment treu bleiben, es sei denn die Preise entwickeln sich so, dass man von einer Überbewertung sprechen kann. Dafür müsste allerdings die Aktie aus meiner Sicht mindestens um weitere 50% am Wert gewinnen – meinetwegen kann die Aktie gerne noch ein paar Monate bzw. Jahre konsolidieren.

Frosta ist ein erstklassiges Unternehmen, das zum einen konjunkturunabhängig ist und zum anderen sogar eine Art Absicherung für herausfordernde Wirtschaftsphasen darstellt. Denn die Nachfrage für Fertiggerichte steigt dann, wenn Kaufkraft der privaten Haushalte sinkt, und Restaurantbesuche langsam in Frage gestellt werden.

Die Abhängigkeit der Ertragslage vom Weizenpreis ist mit Sicherheit ein Risikofaktor, die Preisgefüge ist jedoch aktuell weit davon entfernt, eine Bedrohung für das Geschäftsmodell darzustellen.

Salesforce (Neuaufnahme am 02.01.2017): Bei Salesforce handelt es sich um ein US-Unternehmen, welches sich seit seiner Gründung im Jahre 1999 auf Unternehmenslösungen wie u.a. Vertriebsautomatisierung und CRM spezialisiert. Das Besondere dabei ist, dass Salesforce das erste Unternehmen ist, das sämtliche CRM-Tools über die Cloud angeboten und damit für alle Plattformen zugänglich gemacht hat. Das vergangene Jahr hat Salesforce als weltweiter Marktführer des CRM-Softwaremarktes abgeschlossen.

Quelle: salesforce.com

Das Unternehmen erfüllt alle vier Kriterien, die ich für eine Aufnahme ins Mbkaya Portfolio stelle:

Megatrend: Es handelt sich um einen konjunkturunabhängigen Zukunftsmarkt, denn auch dann (bzw. gerade dann), wenn die Wirtschaft nicht so rund läuft, können Unternehmen auf Effizienzsteigerung im Vertrieb nicht verzichten. Viele Großunternehmen aus Asien und Europa (insbesondere Emerging Markets) sind noch weit davon entfernt, einen Sättigungspunkt in Sachen Vertriebsoptimierung zu erreichen. Salesforce steht gerade erst in den Startlöchern der globalen Expansion und wird langfristig die Früchte ihrer Investitionen ernten, die aktuell zu Lasten des Jahresüberschusses gehen (mehr dazu in Kürze in der ausführlichen 4M-Analyse),

Moat: Das Unternehmen hat sich in den letzten 17 Jahren einige Wettbewerbsvorteile erarbeitet, wie z.B. Netzwerkeffekt (mit steigendem Marktanteil tauschen sich immer mehr Systemadministratoren untereinander aus, so dass die Qualität und Benutzerfreundlichkeit der Anwendungen fast von alleine optimiert werden), hohe Wechselkosten (Vertriebe werden Monate sogar Jahre lang über die Prozesse geschult, neben Stammdaten werden auch Textvorlagen, Rechnungen & Co. auf der Salesforce Plattform abgespeichert) sowie die Skalierbarkeit des Geschäftsmodells.

Management: Der Gründer Marc Benioff ist nach wie vor mit Leib und Seele dabei und macht nicht den Eindruck, sich in absehbarer Zeit zurückziehen zu wollen. Die Innovationskraft des Managements wurde bereits mehrfach ausgezeichnet, hier ein aktuelles Beispiel.

Marktwert: Salesforce investiert aktuell fast alle Ressourcen in die globale Expansion, also in Vertriebs- und Marketingaktivitäten. Dadurch kann die wahre Profitabilität des Geschäftes weder in Zahlen belegt, noch in Form einer Kennzahl wie KGV für die Einschätzung der Marktkapitalisierung eingesetzt werden. Ich bin fester Überzeugung, dass Salesforce aktuell jeden Cent wertschöpfend investiert und mittel- bis langfristig Gewinnmargen von über 25% und mehr erzielen wird. Ich traue dem Unternehmen bis 2020 einen Jahresumsatz von 15 Mrd. USD, einen Nettogewinn von über 4 Mrd. USD und ein KGV von mindestens 30 zu. Es kann gut sein, dass ich mit meiner Annahme falsch liege, aber in meiner Vision wird die Salesforce-Aktie langfristig eine Marktkapitalisierung von ca. 120 bis 150 Milliarden USD anstreben. Wir werden sehen, ob ich mit meiner Prognose Recht habe 😉

Ich wünsche allen Lesern ein frohes neues Jahr.

Beste Grüße aus Frankfurt,
Baran Kaya


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Ein Kommentar

  1. Hi, vielen dank für dass kurze Update! Ich weiss ja selbst wie viel Zeit es kosten kann einen Blog z unterhalten…
    Ich finde sehr interessant dass du dir salesforce geschnappt hast. Kommt dazu eine genauere Analyse ? Mir persönlich ist der aktuelle Kurs zu hoch als dass ich da investieren würde – bei so starken Wachstumsannahmen fühle ich mich nicht sicher genug. Aber ich stimme dir zu das die Firma äußert stark ist

    Antworten

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