KWS Saat – 4M Aktienanalyse

In mehr als 70 Ländern liefert die KWS Saat SE Landwirten hochqualitatives Saatgut und erbringt damit einen erheblichen Beitrag zur Lösung der Ernährungsfrage. Das Unternehmen aus Einbeck wird seit fast 160 Jahren familiengeprägt geführt. Mit einer kumulierten Wertsteigerung von über 400% in zehn Jahren gehört die KWS-Aktie zu den Top-Performern in ihrem „Deutsche Nebenwerte“-Segment.

Daten & Fakten:

KWS Saat SE
ISIN: DE0007074007
Hauptsitz: Einbeck

Kurzbeschreibung:

KWS Saat SE ist ein international tätiges Saatgutunternehmen. Die Gesellschaft züchtet mit konventionellen und biotechnologischen Methoden Pflanzensorten der landwirtschaftlichen Nutzpflanzen für die gemäßigte Klimazone. Des Weiteren werden widerstandfähigere Sorten entwickelt, die eine umweltverträglichere Agrarproduktion ermöglichen. Die Züchtungsarbeiten beziehen sich auf die Kulturarten Zuckerrüben, Mais, Getreide, Winterraps, Sorghum, Sommerölfrüchte, Zwischenfrüchte, Energiepflanzen, Öko-Saatgut sowie Kartoffeln. Das Saatgut ist dabei auf die Anforderungen der Landwirte abgestimmt. In mehr als 70 Ländern der Welt ist die KWS SAAT AG mit Tochter- und Beteiligungsgesellschaften, Versuchsstationen und Vermehrungsflächen präsent. Zu den Grundpfeilern der Gesellschaft zählen zum einen nachhaltig hohe Aufwendungen für Forschung und Züchtung, um Kunden eine hohe Saatgutqualität sowie leistungsstarke Sorten anbieten zu können, zum anderen die Eigenständigkeit als Saatgut-Spezialist. Hinzu kommt die intensive Pflege von Beziehungen zu Landwirten und Partnern.

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Quelle: KWS Saat SE


4M-Analyse:

Im Rahmen des 4M-Selektionsverfahrens stelle ich meine Investmentidee auch bei der KWS Saat-Aktie anhand folgender Kriterien regelmäßig in Frage:

Megatrend:  Genießt die Branche des zu bewertenden Unternehmens den Rückenwind eines sogenannten „Megatrends“?

Trotz der ständig wachsenden Weltbevölkerung und steigenden Nachfrage nach Lebensmitteln wird seit mehreren Jahrzehnten ein negativer Trend bei der pro Kopf verfügbaren Ackerfläche beobachtet. Die weltweit verfügbare Ackerfläche (AF) liegt aktuell bei 0,20 Hektar pro Person – im Jahr 2050 werden es voraussichtlich nur noch 0,15 ha sein. Genau an dieser Stelle sind Lösungen gefragt, die zur Steigerung der Ertragsleistung im Agrarbereich und Widerstandsfähigkeit der bestehenden Ernte dienen. Die Antwort auf die erste Frage ist ein klares Ja! Ich könnte Ihnen kaum eine zweite Branche nennen, die einen solch starken Rückenwind eines Megatrends genießt wie diese.

Management: Besteht das Management aus vertrauenswürdigen Personen, die im Sinne des Unternehmens handeln?

KWS Saat SE wird von einem vierköpfigen Vorstandsteam geführt. Dr. Hagen Duenbostel ist seit 2003 als Vorstandsvorsitzender unter anderem für die Unternehmensentwicklung- und Kommunikation zuständig. In dieser Zeit wurden wesentliche Bilanzkennzahlen der KWS Saat nachhaltig verbessert, der Jahresüberschuss hat sich mehr als verdreifacht. Ich durfte die Vorstandsmitglieder letztes Jahr auf der Hauptversammlung näher kennenlernen und konnte mich von deren Integrität sowie realistischer Einschätzung der Marktlage überzeugen. Die Vergütungsstruktur des Vorstands ist so gestaltet, dass man Interessenkonflikte zwischen den Aktionären und der Unternehmensführung ausschließen kann.

Marktmacht: Gibt es Faktoren, die dem zu bewertende Unternehmen besondere Wettbewerbsvorteile ermöglichen?

KWS Saat ist zusammen mit Monsanto, DuPont, Syngenta und Bayer CropScience einer der größten Player einer Branche, die sich innerhalb der letzten beiden Jahrzehnte extrem konzentriert hat. Der Trend zur Konzentration setzt sich fort – für die Übernahme von Syngenta durch Chemchina fehlen nur noch die letzten Genehmigungen von Kartellbehörden, Bayer stockt zum dritten Mal das Übernahmeangebot für den Marktführer Monsanto auf. Die Konzentration auf wenige Saatguthersteller erschwert neuen Anbietern den Eintritt in den Markt.

KWS Saat genießt insbesondere in Europa eine starke Marktmacht (aktuell Platz 2 hinter DuPont), die zum größten Teil auf langjährige Vertriebs- und Betreuungsstrukturen und überdurchschnittliche Saatgutqualität zurückzuführen ist. Die Umsatzentwicklung der KWS Saat SE ist auch in letzter Zeit dem Branchendurchschnitt klar überlegen. KWS Saat investiert ca. 17% seiner Einnahmen in F&E-Aktivitäten, um die starke Positionierung in der Saatgutbranche weiter auszubauen.

 

Umsatzentwicklung_2013_2015

Umsatzentwicklung KWS vs. Mitbewerber zwischen Q4/2013 und Q3/2015, Quelle: KWS Saat

 

Marktwert: Wie steht der aktuelle Marktwert des Unternehmens mit dem „fairen Wert“ in Relation?

Die KWS-Aktie wird aktuell zu einem KGV von 24 gehandelt. Unter Berücksichtigung der oben erläuterten Kriterien (Megatrend, Marktmacht und Management) ist das aktuelle Verhältnis weder günstig noch teuer. Der Jahresüberschuss wird allerdings seit gut 3 Jahren von fallenden Rohstoffpreisen negativ beeinflusst. Angenommen dass die Rohstoffpreise wieder einen Aufwärtstrend verzeichnen, würde sich dementsprechend auch das Kurs-Gewinn-Verhältnis reduzieren.

 

Fazit der 4M-Analyse vom 08. September 2016:

KWS Saat ist in einem stark konzentrierten Wachstumsmarkt erfolgreich unterwegs und baut ihre Marktposition – insbesondere in Europa – konstant aus. Über 70% der Unternehmensanteile liegen noch in den Händen der Familien Büchting und Tessner, so dass man Interessenkonflikte zwischen Management und Eigentümern fast ausschließen und eher von einem längeren Zeithorizont in der Geschäftspolitik ausgehen kann. Der Markt ist durch hohe Eintrittsbarrieren von neuen Anbietern geschützt, die Umsatzzahlen der KWS Saat entwickeln sich wesentlich besser als der Branchendurchschnitt. Bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 24 ist die Aktie nicht unbedingt ein Schnäppchen; wer jedoch Qualität im Portfolio haben will, muss (wie sonst auch üblich) etwas tiefer in die Tasche greifen.


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